Wenn es draußen kalt und regnerisch ist, gibt es kaum etwas Behaglicheres als ein warmes Kaminfeuer mit Brennholz. Doch nicht nur die gemütliche Stimmung macht das Heizen mit Holz so beliebt. Gerade in Zeiten steigender Gaspreise bietet Brennholz eine preiswerte Alternative zu anderen Heizmethoden. Zudem handelt es sich um einen natürlichen Brennstoff, der bei verantwortungsvoller Nutzung als CO₂-neutral gilt.
Das erfährst du vom Holz Primus
- Heizkosten sparen: Lohnt sich das Heizen mit Kaminholz wirklich?
- Holzarten: Welche Brennholzsorte passt zu deinem Bedarf?
- Maße & Einheiten: Volumen richtig verstehen und Preise vergleichen
- Kaminholz selbst herstellen: Aufwand vs. Ersparnis
- Effizient heizen: So holst du das Maximum aus deinem Holz heraus
- Richtig heizen: Anzünden, Lagern und Nachlegen erklärt
Wer einige grundlegende Regeln beachtet, kann mit Kaminholz sowohl den Verbrauch senken als auch das Kaminfeuer noch mehr genießen.
Ist Heizen mit Kaminholz günstiger?
Seit Jahrhunderten dient Holz als zuverlässiger Energieträger. Ob klassischer Kachelofen, moderner Schwedenofen oder innovative Holzheizung – Brennholz sorgt in unterschiedlichsten Systemen für angenehme Wärme. Als erneuerbare Energiequelle bietet Kaminholz klare Vorteile gegenüber Öl und Gas: Beim Verbrennen wird nur das CO₂ freigesetzt, das der Baum zuvor während seines Wachstums aufgenommen hat. Damit gilt das Heizen mit Scheitholz als klimaneutral. Auch finanziell lohnt sich der Einsatz: HolzPrim hat die Kosten für Buchenholz mit Heizöl verglichen und Einsparungen von bis zu 25 % festgestellt.
Holzarten – Welche ist die richtige?
Grundsätzlich wird Brennholz in zwei Kategorien eingeteilt:
- Hartholz
- Weichholz
Harthölzer stammen von Laubbäumen wie Buche, Eiche oder Ahorn. Sie besitzen eine hohe Dichte und liefern dadurch einen starken und gleichmäßigen Brennwert.
Weichholz hat entgegen vieler Annahmen sogar einen rund 2 % höheren Brennwert als Hartholz. Allerdings verbrennt es schneller, sodass häufiger nachgelegt werden muss. Für gelegentliche Nutzer kann dies den Verbrauch erhöhen. Wer jedoch effizient heizt, kann diesen Vorteil gezielt nutzen.
Gängige Brennholzsorten im Überblick
- Birke: Liefert bis zu 1.900 kWh/rm, brennt auch frisch relativ gut und verbreitet einen angenehmen Duft. Das bläuliche Flammenbild ist besonders dekorativ. Optimal ist eine Trocknung von mindestens 18 Monaten.
- Buche: Mit über 2.000 kWh/rm zählt sie zu den Spitzenreitern. Sie brennt ruhig, bildet eine langanhaltende Glut und enthält wenig Harz. Die Trocknungszeit beträgt etwa zwei Jahre.
- Eiche: Vergleichbarer Brennwert wie Buche, sehr witterungsbeständig und gut lagerfähig. Funkenflug ist gering, die Glut hervorragend. Eine ausreichende Luftzufuhr verhindert Kaminversottung.
- Esche: Ebenfalls rund 2.000 kWh/rm, kaum Funkenflug und ideal für offene Kamine. Benötigt ebenfalls etwa zwei Jahre Lagerzeit.
- Kiefer: Lässt sich leicht spalten, trocknet schnell und eignet sich hervorragend zum Anfeuern. Der Brennwert liegt mit ca. 1.700 kWh/rm im Mittelfeld.
- Lärche: Ähnlicher Brennwert wie Kiefer, hoher Harzanteil und lebhaftes Flammenbild mit hörbarem Knistern.
Brennholz richtig lagern
Achte darauf, dass dein Kaminholz:
- trocken,
- überdacht und
- gut belüftet
gelagert wird. Nur so kann es ausreichend trocknen und seinen optimalen Brennwert erreichen.
💡 Ideale Orte:
- An einer nach Süden ausgerichteten Hauswand unter einem Dachüberstand
- Unter einem Schleppdach am Gartenhaus
- In einer Holzmiete (offen geschichtete Zylinderform)
🔨 Tipps:
- Holz immer auf Kanthölzern/Paletten lagern, damit keine Feuchtigkeit vom Boden zieht.
- Überdachung luftdurchlässig wählen (z. B. Wellblech statt Plastikplane).
- In Garage/Schuppen nur sehr trockenes Holz lagern, sonst droht Schimmel.
Maßeinheiten verstehen und Preise korrekt vergleichen
Im Brennholzhandel begegnen dir vor allem drei Volumenangaben:
- Festmeter (fm)
- Raummeter (rm oder Ster)
- Schüttraummeter (srm)
Alle beziehen sich auf einen Kubikmeter, unterscheiden sich jedoch stark im tatsächlichen Holzanteil.
- Raummeter: Gestapeltes Holz inklusive Luftzwischenräumen
- Schüttraummeter: Ungestapeltes, lose geschüttetes Holz mit hohem Luftanteil
- Festmeter: Reine Holzmasse ohne Zwischenräume (theoretisches Maß)
Umrechnung auf einen Blick
- 1 fm = 1,4 rm = 2,3 srm
- 1 rm = 0,7 fm = 1,4 srm
- 1 srm = 0,4 fm = 0,7 rm
Ein einheitliches Maß ist entscheidend, um Angebote realistisch vergleichen zu können.
Kaminholz selbst machen – sinnvoll oder nicht?
Das eigene Brennholz herzustellen wirkt idyllisch und bietet einen guten Ausgleich zum Alltag. Allerdings ist dafür eine Genehmigung des Försters erforderlich. Auch das selbst geschlagene Holz ist kostenpflichtig, jedoch deutlich günstiger als fertiges Kaminholz.
Zusätzlich fallen Ausgaben für Schutzkleidung, Motorsäge und gegebenenfalls einen Motorsägenkurs an. Für das Spalten benötigst du außerdem geeignetes Werkzeug oder einen gemieteten Holzspalter.
Fazit: Wer körperliche Arbeit im Freien schätzt und Zeit investieren kann, spart Geld und gewinnt Unabhängigkeit. Der Aufwand sollte jedoch realistisch eingeschätzt werden.
Wissenswertes zur Nutzung von Brennholz
- Die Restfeuchte sollte maximal 20 % betragen.
- Dies wird meist erst nach zwei bis drei Jahren Lagerung erreicht.
- Keller sind ungeeignet, da mangelnde Luftzirkulation Schimmel begünstigt.
Richtiges Anfeuern und Nachlegen
- Verwende Anzündholz und lege es locker über den Kaminanzünder.
- Lege erst nach, wenn nur noch Glut vorhanden ist.
- Halte dich an die maximal zulässige Brennstoffmenge deines Ofens.
- Öffne die Luftzufuhr beim Anzünden vollständig und reguliere sie nach dem Entzünden.
- Ein klares Flammenbild zeigt eine saubere Verbrennung an.
Brennholz richtig stapeln – so geht’s
Wer Brennholz lagert, will es trocken, sicher und optisch ansprechend aufbewahren. Mit ein paar einfachen Tipps gelingt das ganz leicht:
Richtige Ausrichtung:
Stelle deinen Holzstapel so auf, dass die schmale Seite nach Westen zeigt – also zur Wetterseite. So bleibt das Holz besser vor Regen geschützt und trocknet gleichmäßig ab.
Kreativ gestaltet:
Ein Brennholzstapel kann mehr sein als nur Nutzlager. Mit etwas Kreativität verwandelst du ihn in ein dekoratives Element im Garten: Staple verschiedene Holzarten zu Mustern, integriere alte Fensterrahmen oder Wagenräder oder schmücke die Holzfront später mit alten Werkzeugen oder Blumentöpfen.
Damit dein Holz lange hält:
- Lege die Scheite mit der Rinde nach unten, damit keine Feuchtigkeit im Holz bleibt.
- Stabilisiere die Enden des Stapels, indem du rechts und links mehrere Scheite kreuzweise aufeinanderschichtest.
- Ohne zusätzliche Seitenstützen sollte der Stapel nicht höher als zwei bis drei Meter sein.
So bleibt dein Brennholz gut durchlüftet, trocknet optimal – und wird ganz nebenbei zum echten Hingucker auf deinem Grundstück.